Foto von einem Feldweg im Morgennebel, links Bewaldung, rechts freies Feld, am Horizont Kusseln

In den letzten drei Monaten wurden wir wieder mit Ausstrahlungen des Fernsehens beglückt, die nur so von journalistischen Fehlern strotzten, oder die uns warnen sollten.

Da wurde uns ein Film über den Europäischen Braunbären gezeigt, ein sehr guter Film.
Mit seinem Schlusswort plädierte der Autor ganz klar für eine Wiederansiedlung des Braunbären in Deutschland. Hier wurde dem Bären der zukünftige Weg bereitet, auf den wir achten sollten.

Da wurde ein Film über den Fuchs gezeigt, der die Lebensweise Reinickes im Regierungszentrum von Berlin der Lebensweise eines Fuchses in den Strandbereichen von Schleswig-Holstein gegenüberstellt. Auch das war ein sehr guter Streifen. Am Ende dieses Filmes bekamen wir allerdings wieder unser Fett weg. „Es wäre wissenschaftlich nachgewiesen, dass die Bejagung des Fuchses kontraproduktiv sei usw., usw.“  Mit keinem Wort ging man darauf ein, dass der Prädator Fuchs sich unter Kleintierhaltern in Stadt und Dorf, einer „besonderen Beliebtheit“ erfreut. Mit keinem Wort ging man darauf ein, dass selbst der NABU schon vor Jahren in seinen Vortragsreihen die Schädlichkeit des Prädators Fuchs für die Wiesenvögel und andere erkannt und behandelt hat. Mit keinem Worte wurde gezeigt, dass der Bruterfolg der Wat- und Wiesenvögel auf den Inseln der Nordsee wegen der dort fehlenden Füchse um 90% höher liegt, als auf dem Festland.

Da war die Sendung des Herrn Hannes Jaenicke, der sich als Schauspieler, Buchautor und Naturschützer ja bestens vermarktet.
Am 25.Mai 2021 wurde seine Sendung über den Wolf ausgestrahlt.

Zugegeben: Der Streifen war künstlerisch von höchster Qualität. Die dort gezeigten Filmeffekte waren mir völlig fremd. Alle heutigen Möglichkeiten, auch ohne Worte zu einer Aussage zu kommen, wurden eingesetzt. Jäger und Landwirte stellte man so als Deppen hin, man stellte sie an den Pranger. Da wurde z. B. während wichtiger Aussagen gegen den Wolf, im Hintergrund mit bewegten Bildern eine verstaubte Trophäenwand in Großaufnahmen gezeigt und mit einem uralten Karabiner K 98 ein Schuss abgegeben. Auch ohne Worte hieß das: „Schaut her, die Jäger wollen nur Trophäen. Sie wollen den bedauernswerten Wolf nur „Abknallen“ (Ausdruck aus dem Film)“.
Da wurde mit den Mitteln eines Schauspielers, nur mit seiner Mimik der Augen und des Gesichtes, eine klare Bewertung der vorherigen Bilder im Sinne des Filmemachers abgegeben.  
Da wurde der Obmann für Öffentlichkeitsarbeit des DJV geradezu vorgeführt, indem man nur den Teil eines Interviews mit ihm zeigte, der zur Gesamtaussage des Filmes im Sinne des Herrn H. Jaenicke passte.

Über alle fachlichen Aussagen in diesem Streifen haben schon andere Kritiker berichtet. Jede einzelne Aussage in diesem Film kann mit Fakten widerlegt werden.
Ich dachte nicht, dass das Niveau des Herrn Hannes Jaenicke  einmal so tief sinken würde. Mit den hier eingesetzten Mitteln kann man nur auf Dummenfang gehen. Dem Wolf wird man damit nicht gerecht.

Zum Thema Wolf bleibt nur noch zu sagen, dass es in meiner unmittelbaren Heimat mit der Wölfin „Gloria“ soeben einen fast fatalen Zwischenfall gegeben hat.
Ein Ehepaar fand auf einem Weg, während ihres Spaziergangs im Bereich der Ortschaft Hünxe, einen „Schäferhund-Welpen“ und nahm dieses Kerlchen mit in seine Wohnung. Man versuchte den völlig verdreckten Welpen zu waschen. Dabei wurde das Ehepaar jedoch unsicher. – Da der kleine Kerl eine Verletzung am Lauscher hatte, suchte man einen Tierarzt auf. Und der erkannte in dem verletzten kleinen Welpen einen jungen Wolf.  Er nahm eine Genprobe und benachrichtigte die zuständigen behördlichen Stellen. Der Welpe wurde wieder ins Revier verbracht.
Nun ist das Ergebnis der Gentechnischen Untersuchung da. Der Welpe gehört zur Familie der Wölfin Gloria.
Mit solchem Verhalten der Städter rechnen die Wolfsbefürworter nicht. Wenn Gloria und ihr Partner in der Nähe gewesen wären, hätte dieses Ereignis mit Sicherheit fatale Folgen gehabt.

Ich würde mir wünschen, dass unsere Vertreter in den Verbänden zu solchen Themen öffentlich und nicht nur in Jagdzeitungen, Stellung beziehen würden. Wir müssten die Medienhoheit erlangen und zwar mit eigenen Filmen, wie seinerzeit mit den Filmen des Herrn Sielmann und mit kompetenten jungen Gesprächspartnerinnen (oder Gesprächspartnern). Die müssen allerdings absolut sattelfest sein und dürfen sich nicht vorführen lassen.

Für die jagdliche Ernte im kommenden Herbst wünsche ich Ihnen mein aufrichtigstes Waidmannsheil. Jagen Sie mit jagdlichen Anstand und nicht als willfähige Vollstrecker behördlicher Anweisungen. Jagen Sie waidgerecht.Ihr Gerd Tersluisen (Hegering Gladbeck)