Diese Aussage, wird dem griechischen Philosophen Heraklit von Ephesos
(ca. 520-460 v.Chr.) zugeschrieben. Sie sagt aus, dass die Welt sich in einem ständigen Wandel befindet und nichts für immer andauert.
Der Wandel benötigt langen Atem
Wir erleben als Jäger diesen Wandel im Laufe der Monate, Jahre und Generationen.
Wildtierarten, an die wir in unserer Jugend noch nicht einmal gedacht haben, tauchen wieder auf und besiedeln alte oder von uns neu geschaffene Habitate.
Die Geschichte des Weißstorches in NRW ist ein beredtes Beispiel dafür.
Den Silberreiher kannte bei uns vor 25 Jahren kein Jäger. Heute ist er überall anzutreffen. Ebenso geht es dem Kranich, dem Schwarzstorch, dem Seeadler, dem Wander- und dem Baumfalken.
Bienenfresser, Blauracke und Wiedehopf siedeln sich wieder an.
Schwarzwild, dessen Erlegung in meiner Jungjägerzeit eine ausgesprochene Seltenheit war, wurde zur Plage. Die Rotwildbestände in Deutschland nehmen ein ständiges Auf und Ab,
ganz nach dem Willen der für sie verantwortlichen „Wildmanager“.
Wenn ich in meiner Kinderzeit ins Revier ging, kreuzten überall Karnickel meinen Weg. Die landwirtschaftlichen Schäden der grauen Flitzer waren nicht zu übersehen.
Heute ist es eine Besonderheit, diese kleinen Laputze überhaupt einmal beobachten zu können.
Wolf, Waschbär, Marderhund, Nutria, Bisam, amerikanischer Nerz, Kanada-, Rost- und Nilgans. All das sind Wildtierarten, die sich in den letzten Jahrzehnten hier bei uns angesiedelt haben.
Andere Wildarten sind nahezu ausgestorben. Ich nenne hier nur: Birkwild, Auerwild, Haselwild, das Rebhuhn und unsere Wiesenvögel. Ihre Habitate und damit ihre Lebensvoraussetzungen sind verschwunden.
Auch ihnen können wir helfen, wenn wir es nur wollen.
Dazu muss auf unsere Politiker Druck ausgeübt werden, damit wir die Lebensgrundlagen dieser Wildtiere wieder herstellen können. Die geplante Wiedervernässung unserer Moore und der erforderliche Waldumbau, bieten hierzu Gelegenheit. Fordern wir weiterhin eine verpflichtende Flächenstilllegung in unserer Landwirtschaft ein. Damit fördern wir die Insektenvielfalt und tun etwas für unser Niederwild.
Ich bin sehr optimistisch. Wenn wir weiterhin die Lebensbedingungen unserer Wildtiere positiv verändern, wenn wir neue Habitate schaffen, dann wird es unserer Natur in Zukunft wieder gut gehen.
Naturschutz ist keine Spinnerei grüner Politiker, er ist für uns alle lebensnotwendig.
Arbeiten wir mit den Biologen zusammen. Packen wir es an.
„Bunt sind schon die Wälder“
Bunt sind schon die Wälder,
gelb die Stoppelfelder,
und der Herbst beginnt.
Rote Blätter fallen,
graue Nebel wallen,
kühler wehet der Wind.
So lautet die erste Strophe eines bekannten Volksliedes.
Dieses Lied soll uns auf die Zeit des Herbstes und auf das Sterben in der Natur vorbereiten.
Die Zeit der bunten Blätter ist für uns Jäger die Erntezeit.
Rot-, Dam-, Sika- und Muffelwild, sowie unsere Gams stehen in der Brunft. In der Zeit, in der die Bäume rauschen, in der Rauschzeit, brunftet auch unser Schwarzwild. Die Jagden auf diese Wildarten fordern uns landauf und landab. Glücklich derjenige, der auf sie die Einzeljagd ausüben kann. Glücklich aber auch der, der Einladungen zu Gesellschaftsjagten erhält. Nicht nur das zu bejagendes Wild, sondern das ganze Drum und Dran einer solchen Jagd machen ihren Reiz aus.
Freuen Sie sich auf das Wiedersehen mit alten Jagdfreunden. Freuen Sie sich auf Hundegeläut und Hörnerklang, auf Treiberlärm und das Prasseln der Feuer neben der Strecke.
Bereiten Sie sich auf diese Jagden gewissenhaft vor. Überschießen Sie ihre Waffen. Üben Sie schon jetzt das Schrecken, Mahnen und Grunzen, um anwechselndes Wild zum Verhoffen zu bringen. Jagen Sie mit Anstand und gebotener Vorsicht. Den Drückfinger kann man in fragwürdigen Situationen auch gestreckt halten. Nicht die Beute zählt, nicht der Bruch am Hut, sondern das Erleben.
Jagen Sie mit Anstand, jagen Sie waidgerecht.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen erlebnisreiche Jagden und Waidmannsheil.
Ihr
Gerd Tersluisen (Hegering Gladbeck)
Bildnachweis:
- Herbstlaub: Gerd Tersluisen
