Das Kalenderjahr neigt sich dem Ende zu. Das Jagdjahr strebt seinen Höhepunkten entgegen.
Die Jagd auf den Rehbock war hoffentlich für jeden Jäger erfolgreich, so erfolgreich, dass er sich von ganzem Waidmannsherzen über die Erlegung eines Stückes freuen konnte.
Die Bejagung des weiblichen Wildes ist im Augenblick unsere vornehmste Aufgabe.

Die Sommerjagd auf  Jungfüchse tat den Bodenbrütern sicherlich gut. In Revieren mit Hasen, Karnickel, Kiebitzen, Hühnern, Fasan und Brachvögeln, ist die Bejagung Reinekes unabdingbar.

Wer meinen Bericht über Europas nördlichste Flamingo-Population gelesen hat durfte erkennen, dass nur ein einziger Fuchs auf einer Brutinsel dazu führen konnte, dass alle Bruten der seltsamen Vögel aufgegeben wurden. Erst die totale Isolation durch tiefergelegte Wasserflächen, zusätzliche Zäune und der Abschuss Reinickes führten dazu, dass die Flamingos wieder erfolgreich brüteten.
In diesem Zusammenhang ist auch das Aufstellen von Nisthilfen für Adebar zu diskutieren. Hier, am Nordrand des Ruhrgebietes wird vom Aufstellen neuer Nisthilfen für den Weißstorch mittlerweile Abstand genommen. Das Niederwild und alle Bodenbrüter leiden in erheblichem Maße unter Adebars sorgfältiger Nahrungssuche.

Die ersten vorsichtig durchgeführten Klüngeljagden auf Hase, Fasan, Kanin und Taube konnten, dort wo der Bestand es zuließ, wieder durchgeführt werden.

Die Brunft des Rot- und Damwildes liegt hinter uns. Nunmehr widmen wir uns deren Bejagung.

Gerade jetzt, im Dezember, stehen noch einige Drückjagden an. Erlauben Sie mir daher an dieser Stelle einen Hinweis: Schießen Sie bitte niemals auf hochflüchtiges Wild. Wer z. B. auf hochflüchtiges im Bogen springendes Rehwild schießt, verhält sich grob fahrlässig. Hierzu kann ich Ihnen Aufnahmen zu Holze geschossenen Wildes vorlegen.

Es gibt für alle Wildarten Methoden, das flüchtige oder trollende Wild verhoffen zu lassen- auch bei Drückjagden.

Drücken Sie bei der Jagd auf Rotwild mit den Fingern ihre Nasenflügel zusammen und erzeugen mit Ihrer Stimme das Mahnen eines Alttieres. Sie werden sehen, das durchwechselnde Rudel verhofft in den meisten Fällen. Auch wenn das Rotwild oft im engen Pulk erscheint, so steht doch das eine oder andere Stück an dessen Rand frei und kann beschossen werden.
Das Anschrecken bringt jedes Reh unmittelbar zum Verhoffen. Ein so verhoffendes Stück zu erlegen ist sicherlich keine Kunst mehr.
Das Angrunzen von Sauen führt zum gleichen Erfolg. Dabei sollten zwei kurzen Grunzern ein langgezogener Grunzer folgen (roch, roch – roooooch). Dazu benötigt man nur eine kräftige Stimme (Schnarchen aus der Nase heraus) und zu einem Schalltrichter geformte Hände. Es ist damit zu rechnen, dass die Bache immer geschützt hinter einer Deckung verhofft, während ihre Frischlinge frei aufgereiht hinter ihr stehen und sich bejagen lassen. Ich habe mir als Jungjäger diese Methode von einem väterlichen Jagdfreund zeigen lassen. Sie funktionierte in meinem gesamten Jäger- und Jagdfotografenleben ausgezeichnet.
Den Fuchs kann man mit dem Schrecken des Rehwildes ebenfalls zum Verhoffen bringen. Das klappt immer.
Für die Bejagung des Damwildes fehlt mir die Erfahrung. Vielleicht kann ein mit dieser Wildart vertrauter Jäger hier einmal einen Tipp geben.

Ihnen und Ihren Familien wünsche ich erholsame Festtage und einen guten Jahresübergang.


Jagen Sie mit Anstand, Herz und Verstand.
Jagen Sie waidgerecht.

Waidmannsheil

Ihr Gerd Tersluisen (Hegering Gladbeck)