Wir alle haben ihn schon gesehen, den zwergenhaften braunen Kobold unserer Vogelwelt, wenn er mit schwirrendem Fluge unter lautem Zetern in einem Reisighaufen oder Dornendickicht verschwand und dort, wie eine kleine Maus, im verfilzten Gezweig herumkletterte.
Der Zaunkönig ist ein so charakteristischer Vertreter unserer Vogelwelt, dass er trotz seiner Kleinheit kaum zu übersehen ist. Jede Erscheinung begrüßt er mit tiefen Bücklingen und lärmenden Gezeter. Das lauttrillernde, angenehme Lied des Zaunkönigs können wir auch den gesamten Winter über vernehmen. Er ist kein Zugvogel, da er seine Nahrung in kleinsten Ritzen findet und so auch in der kalten Jahreszeit bei uns überleben kann.
Sein Nest ist ein umfangreicher, oberseits geschlossener, kugelförmiger Kunstbau und trägt an der Seite ein ziemlich großes Flugloch.
Interessant ist das Brutverhalten des Zaunkönigs.
Das Männchen baut mehrere Nester, die es aus kleinen Zweigen, Gräsern und Blättern errichtet. Sind die Nester fertiggestellt, beginnt das Männchen zu singen, um so ein Weibchen anzulocken. Dieses prüft dann die Nester und beginnt eines mit Haaren und Federn auszupolstern. Die übrigen Nester bleiben unvollendet. Sie dienen erst dem Männchen, später auch den Jungvögeln als Schlafnester.
Sein Lockruf „zerr, zerr!“, ist laut reißend.
Seine Größe ist geringer als die einer Blaumeise. Sein Schwänzchen wird oft gestelzt.
Gerd Tersluisen (Hegering Gladbeck)
Quellen: Enzyklopädie der europäischen Vogelwelt. Tosa-Verlag | Singvögel. Verlag Werner Dausien
Bildnachweis:
- Zaunkönig: Gerd Tersluisen
