Nach einer Anregung von Wildmeister a. D. Artur Amann
Von Gerd Tersluisen (Hegering Gladbeck)
„Sch….!“ Der Traktorfahrer unterbricht seine Pflugarbeit, springt aus dem Führerhaus, nimmt wieder einmal einen großen Feldstein auf und entsorgt ihn am Ackerrand. Sein Arbeitsgerät hat den Zusammenstoß mit dem Stein heil überstanden. Das ist jedoch nicht immer so. Aus diesem Grunde ist der Landwirt nicht gerade ein Freund der abgeschliffenen Steine.
Die Feldsteine sind Geschiebe, die durch eiszeitliche Gletscher aus Skandinavien herantransportiert und bei deren Abschmelzen abgelagert wurden. Nunmehr wachsen sie, zur Freude des Landwirts, alljährlich aus seinem Acker. Feuchtigkeit, die sich unter einem Stein sammelt, gefriert im Winter und drückt ihn jährlich einige mm höher. Dadurch erscheint er irgendwann an der Oberfläche. Feldsteine begrenzten die Ackerflächen (Irland, England) und wurden zum Bau Ställen (Spanien) und Kirchen (Finnland) genutzt. Übrigens: Die Fundamente unserer Fachwerkhäuser bestanden schon immer aus Feldsteinen.
So haben unsere Altvorderen die Steine, die sie immer wieder fanden, sinnvoll genutzt.


Naturschutz und Naturdenkmal
Feldsteinhaufen gelten wegen ihrer Wärmespeicherung und der vielen Hohlräume als seltene, sehr wertvolle Lebensräume. Sie sind daher in Brandenburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen naturschutzrechtlich geschützt, da sie ein bedeutender Lebensraum für Reptilien, Insekten und Pflanzen sind. Oftmals entwickelt sich aus einem solchen Feldsteinhaufen ein kleines Gehölz oder Gebüsch.
Die Feldstein-Lebensräume sind von besonderer Bedeutung. Sie bieten Unterschlupfmöglichkeiten für Amphibien und Reptilien, einen geschützten Überwinterungsplatz und Möglichkeiten zum Sonnenbaden. Sie sind gleichzeitig ein hervorragender Wärmespeicher mit Kachelofeneffekt, der den wechselwarmen Tieren zum Wärmetanken dient. Damit erreichen diese erst ihre notwendige „Betriebstemperatur“.
Feldsteinhaufen, eine gute Möglichkeit der Natur zu helfen
Sammeln wir achtlos weggeworfene Steine auf und schichten sie zu einem lockeren Steinhaufen. Natürlich darf das nur dort geschehen, wo er den Landwirt nicht stört. Eine Absprache mit ihm ist daher dringend erforderlich.
Der Steinhaufen sollte unordentlich gebaut werden. Machen Sie sich über sein Äußeres keinen Kopf. Locker zusammengeworfene Steine erfüllen schon ihren Zweck.
Der unten dargestellte Mini-Steinhaufen der einfachsten Art, wurde vom Naturschutz in einer Anpflanzungsfläche errichtet. Der Erfolg dieser wenigen aufgeschichteten Steine wurde regelmäßig kontrolliert und protokolliert. Sie sehen, es geht auch mit einem sehr geringen Aufwand.
Es wird Sie immer wieder erfreuen, wenn Sie in einem von Ihnen errichteten Steinhaufen eine Zauneidechse oder eine Unke, eine Blindschleiche oder eine Schlingnatter entdecken.
Sie haben mit dem geschaffenen Steinhaufen der Natur geholfen.
Es wird empfohlen, jeden Steinhaufen durch ein Hinweisschild, wie folgt, abzusichern.
Der Steinhaufen
Lebensraum von besonderer Bedeutung
Er bietet:
Unterschlupfmöglichkeiten und einen Überwinterungsplatz für Kriechtiere und Lurche, eine Möglichkeit zum Sonnenbaden für alle Kleintiere und er ist eine Wärmetankstelle für Reptilien (z.B. Eidechsen) und Amphibien (z.B. Erdkröten)
Bitte keine Steine entnehmen!
Danke!
Quellen: BUND Landesverband Mecklenburg-Vorpommern „Der Lesesteinhaufen“
