Das Ruprechtskraut oder der Stink-Storchenschnabel (Geranium robertianum)

Ruprechtskraut

In den letzten zwei Jahren hat sich das Ruprechtskraut, oder der Stink-Storchenschnabel, auffallend verbreitet. Während es in früheren Jahren zwar überall, aber sehr zurückhaltend auftrat, bildet es heute große rötliche Teppiche auf Wiesen und Ödflächen aller Art. Zumindest in unseren Breiten ist diese Erscheinung nicht zu übersehen. Woran es liegt? Ist es der Klimawandel, der der Pflanze gut zuspricht? – Wer weiß es.
Die Farbe ihrer Blüten ist rosa bis purpurn. Sie haben einen unverkennbaren starken Geruch. An hellen Standorten ist die Pflanze rot überlaufen.

Ruprechtskraut
Ruprechtskraut

Man findet sie in Schluchten, Auen, Mauern, Felsen, Wäldern und Hecken, steinigen Plätzen, Bahnschotter, Ödflächen, aber auch auf nährstoffreichen Böden, manchmal auch auf Bäumen.

Die Samen werden bis zu 1,80 m hoch geschleudert. Sie tragen Haarstränge, mit denen sie an Mauern, Rinde usw. haften bleiben. Die ätherischen Öle können Motten und Fliegen vertreiben.

Als Heilpflanze galt das Kraut früher als blutstillend und wundheilend.
Der Name ehrt den Heiligen Ruprecht, den Schutzpatron der Bayern, oder geht – was wahrscheinlicher ist – auf das frühneuhochdeutsche rotbrecht = in rötlicher Farbe glänzend zurück.

Gerd Tersluisen (Hegering Gladbeck)

Quelle: Was blüht denn da? – Verlag Kosmos