Das Orangerote Habichtskraut (Hieracium aurantiacum)

Orangerotes Habichtskraut

Von Gerd Tersluisen (Hegering Gladbeck)

Im September vergangenen Jahres entdeckte ich eine farblich beeindruckende kleine Pflanze. Ich saß in guter Deckung am Rande einer aufgelassenen Kiesgrube und wartete auf Wild. Die letzten Strahlen der Abendsonne fielen auf mehrere im Kies blühende Pflanzen mit wunderschönen Blüten.

Diese Pflanzen waren mir völlig unbekannt. 2 – 3 cm breite Blütenkörbchen erstrahlten orangegelb und zogen meinen Blick magisch an. Meine Neugierde war geweckt und so fotografierte ich diese Farbenpracht in der Hoffnung sie zu Hause bestimmen zu können. Ein Bestimmungsbuch wurde dort zu meiner großen Hilfe.
Der Name der Pflanze war schnell gefunden. Das „Orangerote Habichtskraut“.

Die Pflanze ist in wilder Form ziemlich selten. Man findet sie in mageren Rasen und Weiden, auf kalkarmen, sauren und humosen Böden in den Alpen. Außerhalb der Alpen ist sie offensichtlich aus Gärten entwichen und verwildert. Sie gedeiht an Bahndämmen, Wegböschungen, in Kiesgruben und auf magerem Parkrasen. Das Orangerote Habichtskraut bildet durch Ausläufer oft größere Gruppen. Sie ist die einzige Art, unter den Habichtkräutern, die sich eindeutig bestimmen lässt. Die meisten anderen Arten blühen gelb.
Die Blütenkörbchen  öffnen sich nur bei Sonne. Ihre Schließbewegungen werden durch das Wachstum der Hüllblätter verursacht.

Es ist immer wieder spannend, den Schönheiten der Schöpfung am Wegesrand zu begegnen. Es lohnt sich, die Augen offen zu halten. Es lohnt sich, Bestimmungsbücher zu nutzen und die gefundenen Pflanzennamen seinem Wissensschatz zuzufügen.

Quelle: „Was blüht denn da?“ Kosmos