Aktuelles vom Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen vom 27. März 2020

Nachrichten-Telegramm:

  • Zügige Jagdscheinverlängerung und Fortsetzung der Bejagung unter Corona-Bedingungen sichergestellt
  • Minister Backhaus macht Grenzen für Jäger dicht

Nachrichten-Volltext:

Zügige Jagdscheinverlängerung und Fortsetzung der Bejagung unter Corona-Bedingungen sichergestellt

Ministerium betont Bedeutung der Jagd für die Gesellschaft

Dortmund, 27. März 2020 (LJV). Per Erlass vom 26. März stellt das NRW-Umweltministerium die Bedeutung von Jagd und Jägern für unsere Volkswirtschaft und unsere Gesellschaft klar heraus. Die wichtigsten Inhalte des Erlasses erläutert Hans-Jürgen Thies MdB, Rechtsanwalt und Vizepräsident des LJV NRW:

In dem Schreiben werden die Unteren Jagdbehörden der Kreise und kreisfreien Städte im Interesse der Gewährleistung der ASP-Prävention, der konsequenten Bejagung des Schwarzwildes und der Bejagung wiederaufgeforsteter Flächen angewiesen, eine rechtzeitige Verlängerung der Jagdscheine zum 1. April 2020 sicher zu stellen. Der mit der jüngsten Änderung des Waffengesetzes (hinzugekommen ist die Regelabfrage beim Verfassungsschutz) entstandenen Verfahrensverlängerung bei der Ausstellung von Jagdscheinen soll dadurch entgegengewirkt werden. Die Jagdscheine werden zunächst unverzüglich ausgestellt, jedoch wegen der noch ausstehenden Verfassungsschutzabfrage noch einmal konkret unter Widerrufsvorbehalt gestellt. Sofern die Regelabfrage beim Verfassungsschutz zu einem entsprechenden Ergebnis führt, kann der Jagdschein für ungültig erklärt und eingezogen werden.

Der Landesjagdverband hatte nach Inkrafttreten der entsprechenden Änderungen des Waffengesetzes Ende Februar dieses Jahres mehrfach auf die dadurch bei der Jagdscheinverlängerung drohenden Verzögerungen hingewiesen und auf ein schnelles Verfahren gedrängt.

Der Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen rät allen Jägerinnen und Jägern, die ihren Jagdschein noch nicht über den 31. März 2020 hinaus verlängert haben, dies unverzüglich zu erledigen! Wie dies auch in Zeiten von Corona schnell und rechtskonform geht, hat der Landesjagdverband bereits vor Tagen in einem Artikel auf seiner Corona-Sonderseite unter www.ljv-nrw.de beschrieben.

Die Jägerinnen und Jäger werden gebeten, bei der Jagdausübung die auf Grund der Corona-Situation verordneten Kontaktverbote sicher zu stellen und die Jagd derzeit nur in Form der Einzeljagd auszuüben.

Hans Jürgen-Thies MdB

Vizepräsident des LJV NRW

Minister Backhaus macht Grenzen für Jäger dicht

LJV und DJV stellen klar: Jagd ist kein Tourismus. Jäger sollten trotz Corona-Krise von Beschränkungen ausgenommen werden. Sie verhindern Wildschäden auf Feldern. Verstärkte Wildschweinjagd ist notwendig wegen der drohenden Afrikanischen Schweinepest.

Berlin, 26. März 2020 (DJV). Mecklenburg-Vorpommern plant ein komplettes Einreiseverbot für Jäger, die ihren ersten Wohnsitz nicht in Mecklenburg-Vorpommern haben. Der Landkreis Vorpommern-Greifswald hat bereits entsprechend gehandelt: Jagdreisen seien unzulässig. Der Landesjagdverband Mecklenburg-Vorpommern und der Deutsche Jagdverband protestieren gegen dieses Vorhaben. In einem Brief an Landwirtschaftsminister Till Backhaus stellte DJV-Präsident Dr. Volker Böhning klar: Jagdpächter, bestätigte Jagdaufseher und Erlaubnisscheininhaber werden gerade im Frühjahr dringend gebraucht – auch wenn sie nicht dauerhaft in Mecklenburg-Vorpommern wohnen. Die intensive Jagd ist im Frühjahr notwendig, um Schäden durch Wildtiere auf Feldern und Wiesen zu verhindern. Zudem müssen Jäger verstärkt Wildschweine bejagen, da die Afrikanische Schweinepest nur noch wenige Kilometer von der deutschen Grenze entfernt ist.

„Ein Jagdaufenthalt hat rein gar nichts mit Tourismus zu tun. Er ist ein triftiger Grund, schließlich unterstützen wir Jäger die systemrelevante Daseinsvorsorge der Landwirtschaft“, sagte Dr. Böhning. Über den Jagdschein, ein amtliches Dokument, könne sich jeder Jäger ausweisen. Pachtvertrag und Begehungsschein dokumentieren genau, wo gejagt werde. Auch das Urlaubsland Schleswig-Holstein hat zwischenzeitlich klargestellt, dass Jagd eine notwendige Tätigkeit ist und die Anreise ins Revier zulässig.

Auch in Zeiten der Corona-Krise ist die Einzeljagd problemlos durchzuführen, die behördlichen Kontaktbeschränkungen werden eingehalten. Bereits Mitte März hat DJV-Präsident Dr. Böhning gegenüber Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner deutlich gemacht, dass Jäger wegen ihrer gesellschaftlich relevanten Aufgaben generell von weitergehenden Beschränkungen ausgenommen werden müssen. Entsprechende Hinweise gingen anschließend aus dem Ministerium an alle Bundesländer. Ein Alleingang von Mecklenburg-Vorpommern wäre ausgesprochen kontraproduktiv.