Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser!

In den vergangenen Monaten tat sich auf der politischen Ebene in Sachen Naturschutz nichts, dass für uns von Bedeutung ist.

Und doch war der 15. Januar ein wichtiges Datum für die Land- und Forstwirtschaft. Dieses Datum fixierte das Eingabeende einer Mitsprachemöglichkeit bei der Moorschutzstrategie des Bundesumweltministeriums (BMU).

Moorschutz ist Klimaschutz.                    

In konkreten Zahlen: 92% der deutschen Moorflächen sind entwässert. Davon werden 75% land- und forstwirtschaftlich genutzt. Diese Flächen verursachen 47 Mio. t CO2-Äquivalente, das sind 5,3% der gesamten deutschen Treibhausgasemissionen.
Diese Fakten waren der Grund für die Verankerung des Moorschutzes im Koalitionsvertrag der derzeitigen Bundesregierung.
Die Ziele der hier vorgelegten Moorschutzstrategie sehen eine stark eingeschränkte land- und forstwirtschaftliche Nutzung für die betroffenen Bereiche vor. Bis 2030 soll die Treibhausgasemissionen aus land- und forstwirtschaftlicher Nutzung um mind. 5 Mio. t CO2-Äquivalente gesenkt werden.


Im Diskussionspapier der Behörden finden sich folgende Punkte, die die Landwirtschaft betreffen:

-Moorschutzgebiete mit ausreichend Pufferzonen zu erweitern.
-Bisher ungenutzte Moorflächen künftig nicht zu nutzen und möglichst vollständig   
  wieder zu vernässen.
-Ungenutzte Moorflächen in Bundeseigentum bis 2030 wieder zu vernässen.
-Ackerbaulich genutzte Moorflächen des Bundes bis 2030 wieder zu vernässen und ihre
 Nutzungsform anzupassen.
-50% der forstwirtschaftlich genutzten Flächen des Bundes bis 2030 wieder zu vernässen.
-Den Einsatz von Pflanzenschutzmitten in Schutzgebieten auf Moorböden zu verbieten.
-Anreize für moorzehrende Nutzung und Infrastruktur (z.B. Stallbau) in der Landwirtschaft
 abzuschaffen
-Umbruch von Moorgrünland in Grünlanderneuerung zu verbieten.
-neue Land- und forstwirtschaftliche Leitlinien zum Moorschutz zu schaffen, darunter der
 Verzicht auf Vorfluterausbau und weitere Vorfluterabsenkungen.
-Den Moorschutz explizit als Ziel für den nationalen Strategieplan zur GAP-Umsetzung                             
 aufzunehmen (GAP = gemeinsame Agrarpolitik).

Das ist für viele eine schwer verdauliche Kost. Sie wird aber geschluckt werden müssen.
Umwelt und Klima zeigen uns heute, dass der von uns allen beschrittene Weg des Fortschritts seine Grenzen längst überschritten hat. Land- und Forstwirtschaft klagen über kaum zu bewältigende Dürreschäden. Wer offenen Auges durch den Wald geht, wird auf Schritt und Tritt abgestorbenen Bäumen begegnen, die schlicht weg „verdurstet“ sind. Die Filmaufnahmen von ausgedorrten Feldern im Osten unserer Heimat, werden sicherlich
jedem noch vor Augen stehen. Der Schrei nach Hilfe aus der Staatskasse ist unüberhörbar.

Moorschutz ist Klimaschutz, Moorschutz ist Naturschutz.

Als Jäger können wir diese Maßnahmen nur befürworten. Schnepfenartige Vögel, Wiesenvögel, Goldregenpfeifer, Rebhuhn und hoffentlich auch das Birkwild, Schlangen, Reptilien und Lurche werden aus diesen Maßnahmen ihren Nutzen ziehen. Wollgras und Sonnentau werden wieder einen Lebensraum erhalten. Unsere Welt wird wieder etwas bunter werden.

Helfen wir bei den erforderlichen Biotophege- und Biotoppflegemaßnahmen mit. Stellen wir unsere Fachkraft bei diesen Aufgaben dem Naturschutz zur Verfügung. Es lohnt sich.

Wir haben diese Erde nur zur pfleglichen Nutzung erhalten und nicht zur grenzenlosen Ausbeutung.
Übergeben wir sie unseren Kindern und Enkeln ein kleines Stück besser als sie heute ist.

Waidmannsheil

Ihr Gerd Tersluisen (Hegering Gladbeck) Quelle: agrarheute 07.01.2021