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Naturschutz & Hege

28.08.2016
Ein uralter Bock aus Rentfort / Ellinghorst

Während der Mittagspause des großen Taubenjagdtages nahm mich Gert Hoppe zur Seite und zeigte mir einen Uraltbock aus seinem Revier, den Ingmar vor wenigen Tagen von seinen Leiden erlöst hatte.

Auf einem Spaziergang mit seinem Hund Ilex und  traf Gert auf einen liegenden Bock, der nicht mehr hoch kam. Der ehemalige Waldfreiherr machte Fluchtversuche, die aber nicht gelangen. Er war völlig abgekommen und offensichtlich schwer krank. Seine Zähne, die nunmehr vor uns lagen, waren total herunter geschliffen. So etwas hatten Gert und ich noch nicht gesehen. Da er seinem Freund Ingmar den Abschuss eines Bockes versprochen hatte rief er ihn an und forderte ihn auf, sofort mit Waffe und so wie er gerade sei, zu kommen. Schneller käme er nicht an einen Bock.

Gert zog sich zurück und wartete auf Ingmar. Beide fanden den Rehbock ca. zwanzig Meter von der ersten Fundstelle entfernt. Er hatte sich kriechend und schleifend in Sicherheit bringen wollen.

Ingmar setzte den Fangschuss und vor ihm lag ein Bock, den er zwar nicht erlegt sondern abgefangen hatte, von dem ich aber sagen kann: „ So etwas begegnet Dir in Deinem Leben nie wieder“. Der Bock wäre in den nächsten 24 Stunden vom Fuchs oder vom Hund gerissen worden. Gut, dass ihm diese Qual erspart blieb.

Ich schaute mir den Bock genau an: Plötzlich fiel bei mir der Groschen. „Wo hast Du ihn erlegt?“, quoll es aus mir heraus. Ingmar sagte mir, dass er sich in Gladbeck nicht auskennen würde, aber erlegt hätte er ihn in Gerts Revier, nahe der Grenze zum Revier Rentfort.

„Das ist der Pinkelbock!“, schoss es mir durch den Kopf. Nur dieser Bock konnte durch Theo Im Winkels schützende Hände so alt werden. Zu Hause nahm ich mir ein Foto vor. Ja, es war es. mein „Pinkelbock“, dessen Leben ich seit dem Jahre 2004 verfolgen durfte. Mit Ausnahme des vergangenen Jahres habe ich in jedem Jahre Aufnahmen dieses Bockes gemacht. Ich wähnte ihn schon lange in den Mägen der reichlich vorhandene Füchse.

    
Fotos: Gerd Tersluisen

Von seinem Ende erfuhr ich also durch puren Zufall.  Der „Pinkelbock“ hatte ca. 800 Meter von seinem Haupteinstand, Im Winkels Busch an der Vossbrinkstraße, das Ende seiner Fährte erreicht. Was gibt es doch für Zufälle. Ausgerechnet heute lag die Trophäe in Gerts Hütte und ausgerechnet heute war ich hier.

Man kann sagen, was man will. Dieser Bock hat sich von mir verabschiedet.

Ihm werde ich noch einen ausführlichen Lebensbericht mit allen Fotos widmen. Wenn ich davon ausgehe, dass er im Jahre 2004, als er seinen Einstand besetzte, ein Alter von drei Jahren hatte, wurde er tatsächlich fünfzehn Jahre alt. Das ist wohl mal eine Hausnummer!

Ingmar, ich wünsche Dir zu diesem ungewöhnlichen Jagderlebnis ein dickes Waidmannsheil. Übrigens. Der Bock hatte eine ganz helle Leber und viel Wasser in der Bauchhöhle.

Euer Gerd Tersluisen




26.08.2016
Fehlendes Kormoran-Management gefährdet Fischarten


Pressemitteilung des Deutschen Fischereiverbands vom 24.08.2016

Fehlendes Kormoran-Management gefährdet Fischarten und die wirtschaftliche Existenz von Teichwirtschaften – die verantwortlichen Politiker schauen tatenlos zu

Potsdam: Angesichts der enormen Schäden in der Fischereiwirtschaft und dem beängstigenden Zustand zahlreicher Fischpopulationen fordert die Kormorankommission des Deutschen Fischerei-Verbandes Bundesumweltministerin Hendricks und EU-Kommissar Vella zum unverzüglichen Handeln auf. Die EU-Vogelschutzrichtlinie sieht in Artikel 1 ausdrücklich auch die Regulierung von Vogelpopulationen vor. Die Politik muss mit der Aufnahme des Kormorans in Anhang II der EU-Vogelschutzrichtlinie endlich die Voraussetzung für die überfällige Regulierung der Kormoranbestände schaffen.

Mit dem Verbot von Umweltgiften wie DDT und dem strengen Schutz haben die Kormoranbestände in ganz Europa seit Ende der 80'er Jahre bis heute eine nie bekannte Größe erreicht. Dieser Erfolg des Vogelschutzes hat einen hohen Preis: Sich durch Gewässerschutzmaßnahmen ebenfalls erholende Fischbestände sind durch den steigenden Kormoranfraßdruck dramatisch zusammengebrochen. Die Kormoranschäden in den Satzfischbeständen von Teichwirtschaften gefährden deren wirtschaftliche Existenz und damit den Fortbestand der auch ökologisch extrem wertvollen Teichgebiete. Wiederansiedlungsprojekte für Meerforelle und Lachs oder Bestandsstützungsprogramme für den Europäischen Aal leiden massiv unter dem Kormoran. Jüngste Untersuchungen zeigen zudem, dass der enorme Fraßdruck der Kormorane die Zusammensetzung von Fischbeständen nachhaltig verändert und sich in der Folge der ökologische Zustand von Fließgewässern dramatisch verschlechtert.

Bereits 1997 hat die EU-Kommission mitgeteilt, dass sich die Kormoranbestände europaweit in einem günstigen Erhaltungszustand befinden. Gleichzeitig wurden die Mitgliedsstaaten aufgefordert, den durch die wachsenden Kormoranbestände verursachten ökologischen und wirtschaftlichen Schäden mit Ausnahmegenehmigungen gemäß Artikel 9 der EU-Vogelschutzrichtlinie zu begegnen. In der Folge haben zahlreiche Bundesländer Kormoranverordnungen erlassen, die lokal und zeitlich begrenzt unter anderem auch Vergrämungsabschüsse zulassen. Dessen ungeachtet wuchsen die Brutbestände des Kormorans auch in Deutschland und damit die Schäden in Fischbeständen weiter kräftig an.

Versuche zur Verringerung der Kormoranbestände auf lokaler Ebene scheiterten bislang an Klagen von Naturschutzverbänden. Mit Verweis auf den von Brüssel vorgegebenen Status "besonders geschützt" lehnen Verwaltungsgerichte die notwendigen Regulierungsmaßnahmen ab. Seitens der EU-Kommission erklärt man davon unbeirrt, dass die Mitgliedsstaaten für ein Bestandsmanagement zuständig wären. Das Bundesumweltministerium verweist auf die Verantwortung der Länder und diese wiederum auf den Status "besonders geschützt", womit sich eine Bestandsregulierung verbiete. In diesem "Bermuda-Dreieck" von Bürokratie, Zuständigkeiten und der Ignoranz gegenüber wirtschaftlichen sowie ökologischen Schäden bleiben seit Jahrzehnten Ziele des Fischartenschutzes und wirtschaftliche Perspektiven von Fischern und Teichwirten auf der Strecke.

Hintergrund:
Mit Beschluss des EU-Parlaments aus dem Jahr 2008 wurde die EU-Kommission zur Etablierung eines europaweiten Kormoranmanagements aufgefordert. Bis heute warten Angler, Fischer und Teichwirte vergeblich auf die Umsetzung. Ein Verbreitungsschwerpunkt des Kormorans aus europäischer Perspektive ist der Ostseeraum. Hier wurden zuletzt fast 320.000 Brutvögel gezählt, die in großen Kolonien entlang der Ostseeküste ihre Jungen aufziehen. Diese Brutvögel, deren gerade flügge gewordenen Jungvögel und noch nicht am Brutgeschäft beteiligte Jungvögel der beiden Vorjahre, machen sich im Spätsommer auf den Weg in die Winterquartiere. Die dann an Seen und Teichen in Deutschland zu beobachtenden Kormoranschwärme sind Teil dieser sich über Wochen hinziehenden Völkerwanderung. Im darauffolgenden Frühjahr wiederholt sich diese Zugbewegung in umgekehrter Richtung.

Folgen:

  • Verlust an genetischer Vielfalt Trotz Entnahmebeschränkungen (freiwillig oder gesetzlich) für die Angler drohen gerade Fischpopulationen der Bachforellen und Äschenregion auszusterben. Die Fischarten dieser Gewässerregionen brauchten kein angeborenes Verhaltensmuster zum Schutz vor dem sehr effektiven Fischräuber, weil der Kormoran ursprünglich an den schnellfließenden Gewässern nicht vorkam. Besonders die Äsche ist gefährdet, da ihre Laichzeit während des Frühjahrszuges der Kormorane zu ihren Brutkolonien liegt.
  • Verschlechterung der Gewässergüte Durch den Fraßdruck des Kormorans verändert sich die Nahrungskette im Gewässer. "Schlundgängige", rd. 10 – 30 cm lange Fische, werden bevorzugt erbeutet. Dadurch können sich die Bestände von Kleinfischarten (Elritze, Groppe) erhöhen. Laufende Untersuchungen der Universität Koblenz-Landau an der Nister (Rheinland-Pfalz) zeigen, dass diese Verän-derung Auswirkungen auf die gesamte Lebensgemeinschaft bis hin auf die Gewässergüte hat.
  • Verlust an wertvollen Lebensräumen Die massiven, vom Kormoran verursachten Verluste machen häufig die fischereiliche Bewirtschaftung von Teichen und Seen unrentabel. Gerade wegen ihrer Bewirtschaftung sind diese Gewässer aber häufig Refugien seltener, geschützter Tier- und Pflanzenarten. Gibt der Fischer sein Handwerk auf, gehen nicht nur traditionelle, an die Region gebundene Arbeitsplätze verloren, sondern aufgrund ihrer nachhaltigen Nutzung besonders schützenswert gewordene Lebensräume verschwinden ebenfalls.
  • Fischereirechte werden massiv entwertet Durch die Verpachtung fischereilich nutzbarer Gewässer erzielen die Fischereirechtsinhaber Einnahmen. Werden die Fangaussichten aufgrund weggefressener Fischbestände zu gering, verlieren die Angelvereine ihre Mitglieder und der Verein kann die Pacht nicht mehr bezahlen. Diese Entwicklung ist für viele Angelvereine existenzbedrohend.

Gewässerschützer und Fischereiverbände bemühen sich seit Jahren auf allen Ebenen (Europa, Bund, Länder) um die Etablierung eines Kormoranschutzes, der auch den Fischartenschutz angemessen berücksichtigt. Leider immer noch ohne Erfolg, was die aktuelle Antwort des BMU auf die Anfrage von Jan Korte MdB zum Stand der Bemühungen um einen europäischen Kormoran-Managementplan und Maßnahmen auf Bundesebene belegt. Einzige Maßnahme des Bundes ist: "die aktuell und zukünftig verursachten Schäden als auch die Entwicklung des Brutbestandes weiter verfolgen". Ansonsten hat das BMU festgestellt, "dass das Ziel eines nationalen Kormoran-Managements auf Bundesebene mit Handlungspflichten der Länder wegen der Zuständigkeit der Länder nicht durchführbar ist".

Die Mitglieder der Kormorankommission fordern daher eine Aufnahme des Kormorans (P. c. sinensis) in Anhang II der Vogelschutzrichtlinie, was eine Bejagung der Tiere ermöglichen würde.

Umso bedauernswerter ist, dass bei der aktuell von der Europäischen Kommission beauftragten Bewertung der Flora-Fauna-Habitat Richtlinie und der Vogelschutzrichtlinie herausgearbeitet wurde, dass die den Schutzstatus regelnden Anhänge - also auch der Anhang II der Vogelschutzrichtlinie - eigentlich überarbeitet werden müssten, dies aber aus strategischen Gründen für ungünstig gehalten werde.

Hintergrunddokument (engl., PDF)

Pressemitteilung zum Herunterladen (PDF).




26.08.2016
Füchse erobern die heimischen Gärten in Gelsenkirchen


Morgens um sechs ist die Welt noch in Ordnung. Zumindest für die Füchse im Norden der Stadt. Dann kann man sie beobachten, wie sie noch schnell, bevor die große motorisierte Rushour einsetzt, die A 52 überqueren. Im Norden, rund um Haus Lüttinghof, unterhalb der Scholvener Halden, da gibt's jede Menge Natur. Doch die Fuchs-Sichtungen nehmen zu. Auch mitten in der Stadt gehen die roten Windhunde inzwischen auf Futtersuche.

"Man trifft sie inzwischen in den Gärten zahlreicher Siedlungen", sagt Stefan Lacher, Vorsitzender der Kreisjägerschaft. Und auch Michael Hamann vom BUND hat die Raubtiere in den Gärten rund um die Rungenberghalde bereits beobachtet. Der Fuchs liebt das reichhaltige Nahrungsangebot, das sozusagen ohne großen Energieaufwand zu erlegen ist: Komposthaufen, Essensreste, Früchte, Insekten, Mäuse, Ratten findet der nicht als Gourmet bekannte Vierbeiner. Zudem bieten ihm die Gärten einen sicheren Lebensraum. In Schuppen und unter Holzstapeln findet er sichere Rückzugsplätze.

Jungfüchse erkunden jetzt das Revier Neu ist das Phänomen übrigens nicht. Die ersten Stadtfüchse wurden in den 1930er Jahren in Londoner Vororten gesichtet – in Folge eines neuen Baustils. Erstmals wurden dort damals ländlich geprägte Gebiete mit lockeren Siedlungshäusern bebaut.

Gerade im Sommer tauchen viele Jungfüchse auf. Matthias Klar, als Förster beim Regionalverband Ruhr unter anderem für den Emscherbruch und Ewaldsee verantwortlich, erklärt den Grund: "Die Jungfüchse sind jetzt auf Erkundungstour. Gerade bei sonnigem Wetter sind sie unterwegs. Sie kennen die Gefahren noch nicht und haben daher wenig Scheu."

Nicht füttern oder anfassen Er selbst, so Klar, habe vor wenigen Tagen einen Fuchs am Straßenrand beobachtet, und zwar in der Nähe des Pendlerparkplatzes am Ewaldsee. Populationen gebe es in zahlreichen Waldgebieten – unter anderem auch in der Baut. Wer dem hundeartigen Wildtier begegnet, sollte es auf keinen Fall füttern oder anfassen. Ganz wichtig: Nach dem Grillen im heimischen Garten keine Essensreste zurücklassen. Dadurch würden nicht nur Ratten angelockt, sondern eben auch Füchse. Einmal angekommen, hätten die Tiere keine Scheu, auch Hühner oder Kaninchen zu erbeuten.

Keine Gesundheitsgefahren
Füchse haben keine natürlichen Feinde und auch die Tollwut, die früher die Bestände dezimiert hat, ist zurückgedrängt. "Es gibt keine Selbstregulation – wir müssen Füchse daher intensiv bejagen", erklärt Matthias Klar.

Sorgen um die Gesundheit müsse sich niemand machen. Weder mit Tollwut noch mit Räude habe man Probleme in der Region. Allerdings ist der Fuchs bekannt für seinen Wurmbefall: Früchte sollten daher nur in etwa einem Meter Höhe geerntet werden, rät Lacher.

Quelle: derwesten.de - Angelika Wölke




03.08.2016
Pelikan in Wesel laut Nabu eine "ornithologische Sensation"

Wenn NABU-Mitglieder in der Natur unterwegs sind, dann möchten sie mit ihrem geschulten Auge auch etwas entdecken. Und so ist Albert Damschen und Peter Malzbender aus Wesel bei ihrem Streifzug durch den neu gestalteten Lippemündungsraum auch der Pelikan nicht entgangen (wir berichteten). Dass sie ihn nicht sofort dem Internetportal ornitho.de gemeldet haben, hat einen einfachen Grund: Man wollte Pelikan-Tourismus vermeiden. Doch jetzt, wo ein NRZ-Leser den Vogel gesehen hat, reden die Naturschützer über den seltenen Gast. Denn es handelt sich tatsächlich um einen Krauskopfpelikan.

"Das ist schon eine ornithologische Sensation", sagt NABU-Kreisvorsitzender Malzbender und freut sich darüber. "Das ist ganz klar ein Qualitätszeichen für den Lippemündungsraum." Der Pelikan, dessen leichte Krause am Kopf bei genauem Hinsehen schon da ist und der im hinteren Bereich die typische grau-weiße Maserung aufweist, braucht idealerweise Flachwasserzonen. Und die gibt es nach der Renaturierung hier reichlich.

Offenbar kein Zooflüchtling
Zwei Dinge sprechen dafür, dass es sich bei dem Jungtier nicht um einen Zooflüchtling handelt: Zum einen ist es sehr scheu, zum anderen trägt es keinen Ring. Krauskopfpelikane sind vom Kleinen Prespasee, der im Grenzgebiet zwischen Griechenland und Albanien liegt, bekannt. Doch dass eines dieser Exemplare es so weit nach Norden gezogen hat, ist bislang wohl noch nicht vorgekommen. Es handelt sich schließlich um die seltenste Pelikan­art der Welt, von der es in Südosteuropa noch gut 1000 Brutpaare gibt, weltweit sind es laut Malzbender etwas mehr als 5000.

Damit der Junggeselle, der zurzeit die Lippe unsicher macht, satt wird, benötigt er am Tag etwa 500 Gramm Fisch. Keine leichte Aufgabe für das Tier, zumal er manchmal auch noch gestört wird. Verärgert reagiert Malzbender deshalb auf einige Lippedorfer, die mit ihren Hunden mitten durch das Naturschutzgebiet spazieren - trotz der Zäune. Sie beriefen sich dabei auf ihr Gewohnheitsrecht. Das müsse geahndet werden, findet der Naturschützer, auch wegen der anderen Vögel, die hier sind. Denn der NABU ist auch auf die Silber- und Löffelreiher stolz, die sich mittlerweile sehen lassen. In den 70er Jahren habe man noch bis an den Neusiedler See fahren müssen, um einen Silberreiher live zu erleben.

Quelle: derwesten.de - Petra Herzog




01.07.2016
Die Wiederbesiedelung/Zuwanderung des Wolfes in Deutschland

Für all diejenigen, die sich mit dem Thema "Wolf" befassen, hier einige links mit eher kritischen Inhalten.

http://www.suedostschweiz.ch/leserbriefe/2016-06-27/schmuggel-von-grossraubtiere
http://www.nina.no/archive/nina/PppBasePdf/oppdragsmelding/731.pdf
https://drive.google.com/file/d/0BwuLCtzzcbAJYzljRTJ3Q214czA/view
http://www.wolf-nein-danke.de/

In NRW finden in der nächsten Zeit verschiedene Veranstaltungen zum Wolf statt: z. B. Der Wolf unterwegs in NRW, 21. Sept. 2016 in Recklinghausen (www.nua.nrw.de) und in NRW gibt es nun einen Wolfsmanagementplan: https://www.lanuv.nrw.de/fileadmin/lanuv/natur/pdf/Wolfsmanagementplan.pdf




17.05.2016
Eine empfehlenswerte Idee

Zwei Reviere in meiner Nachbarschaft haben seit vielen Jahren alle Hochsitze mit Nistkästen ausgestattet. Auch wenn der Abstand zur Leiter grösser sein sollte, um Wiesel und Co die Besuchswünsche zu nehmen, ist das eine gute Möglichkeit zur Förderung des Vogelschutzes.

Im Übrigen, wenn Kanzeln und Nistkästen von Wanderwegen aus zu sehen sind ist das eine positive Öffentlichkeitsarbeit.

Wir Jäger haben uns in der Vergangenheit versteckt und gute Taten im stillen Kämmerlein vollbracht. Langsam dürfte sich die Erkenntnis durchgesetzt haben, dass wir unsere Taten sichtbar machen müssen. Getreu dem Motto: „Tue Gutes und sprich darüber!“

Gerd Tersluisen (Hegering Gladbeck)




20.03.2016
Fast jede zweite Tier- und Pflanzenart in NRW ist bedroht


Feldhamster - Foto: DPA/derwesten.de

Ziegenmelker, Große Moosjungfer, Echte Mondraute: Es gibt Tiere und Pflanzen in Nordrhein-Westfalen, von denen die meisten Menschen wohl noch nie gehört haben. Rund 45.000 verschiedene Tierarten leben in NRW – und nur 12.000 davon sind wissenschaftlich umfangreich untersucht.

Der Mensch hat großen Teil am Artensterben
Doch diese Vielfalt ist seit Jahrzehnten in Gefahr: Heute steht beinahe jede zweite untersuchte Art auf der Roten Listen – diese Tiere und Pflanzen sind gefährdet, vom Aussterben bedroht oder bereits ausgestorben. "Wir sind dabei, die Festplatte unserer Natur unwiederbringlich zu löschen. Wir müssen handeln bevor es zu spät ist", sagte NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) Anfang März anlässlich des internationalen Tages des Artenschutzes.

Häufig ist der Mensch Schuld daran, dass Arten sterben und in Gefahr geraten – das betont das Umweltministerium genauso wie die großen Umweltschutzverbände BUND oder NABU. Schuld sind vor allem der hohe Flächenverbrauch, die intensive Landwirtschaft, die Belastung durch Schadstoffe oder die Begradigung von Flüssen.

Beispiel Landwirtschaft: "Der starke Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln tötet Insekten, dadurch finden andere Tiere weniger Nahrung und sind gefährdet", sagt der BUND-Landesvorsitzende Holger Sticht. Zudem würden Wiesen heute öfters gemäht und Felder viel intensiver bearbeitet, etwa indem sie direkt nach der Ernte umgebrochen werden. Darunter leiden Vögel, die in Wiesen nisten oder Arten, die in Ackerlandschaften leben – wie der Feldhamster. Nachdem er bis in die 1970er-Jahre in Nordrhein-Westfalen sehr weit verbreitet war, ist der kleine Nager hier mittlerweile so gut wie ausgestorben.

Kaum noch große zusammenhängende Naturräume
Auch der hohe Flächenverbrauch in NRW macht vielen Tier- und Pflanzenarten zu schaffen. "Jeden Tag werden 10 Hektar Natur- oder Landwirtsfläche zu Bauland umgewandelt", sagt Sticht. 10 Hektar – das sind ungefähr 14 Fußballfelder.

Eng verbunden mit dem Verbrauch ist die Flächenzerschneidungdurch Siedlungen oder Verkehrswege. Große, zusammenhängende Naturräume mit guten Versteckmöglichkeiten sind gerade für größere Säugetiere wie Hirsche, Mader oder Wildkatzen unverzichtbar. Laut Umweltministerium gibt es in NRW aber nur noch sechs unzerschnittene und verkehrsarme Gebiete mit mehr als 100 Quadratkilometern: Jeweils eins im Rothaargebirge, der Eifel und im Teutoburger Wald sowie drei im Sauerland. Insgesamt seien 77 Prozent der Lebensräume im Tiefland in keinem guten Zustand.

Auch der Zustand der Gewässer ist nicht gut. Zwar ist die Wasserqualität nach Angaben des BUND in den vergangenen Jahren beinahe überall gestiegen, dennoch verfügen nur sechs Prozent der Flüsse und Seen über ein intaktes Ökosystem. Zudem sei vor allem die Struktur der Gewässer schlecht für Tiere und Pflanzen, rund 60 Prozent seien stark von Menschen verändert oder künstlich angelegt worden. "Es zeigt sich, dass die menschlichen Eingriffe der Vergangenheit in Form von Begradigungen und die Belastung der Flüsse mit Abwässern oder anderen Substanzen diesen wertvollen Lebensraum massiv belastet haben", so Umweltminister Johannes Remmel.

Diese unterschiedlichen Belastungen für die Umwelt ziehen sich durch das gesamte Bundesland. "Grundsätzlich sind alle Naturräume in Nordrhein-Westfalen ähnlich stark betroffen", sagt BUND-Landesvorsitzender Holger Sticht.

Bieber, Wildkatze und Wanderfalke als positive Beispiele
Trotz allem gibt es auch positive Beispiele. So wurde der beinahe ausgerottete Biber in der Eifel (1981) und am Niederrhein (2002) erfolgreich wieder angesiedelt und breitet sich heute selbständig wieder aus. Der Status der Wildkatze auf der Roten Liste hat sich von "vom Aussterben bedroht" auf "gefährdet" verbessert – in der Eifel lebt mittlerweile eine der größten Populationen in Europa. Allein im nordrhein-westfälischen Teil des Mittelgebirges sind es rund 250 Tiere. Großen Anteil an der vergleichbar guten Situation der Wildkatze haben umfangreiche Artenschutzmaßnahmen – etwa die Errichtung von speziellen Brücken, über die die Tiere Autobahnen überqueren können.

Dem Wanderfalken, der heute sogar komplett von der Roten Liste gestrichen ist, hat vor allem das Jagdverbot geholfen. "Der Erfolg beim Wanderfalken zeigt, dass auch einfache Maßnahmen eine große Wirkung entfalten können", sagt Sticht.

Was die Zukunft der bedrohten Tierarten in NRW angeht, gibt sich der BUND-Vorsitzende verhalten zuversichtlich: "Ich bin Zweckoptimist." Immerhin sei das Bewusstsein für den Artenschutz bei den Menschen gestiegen. "Biologische Vielfalt ist mittlerweile ein Begriff, mit dem viele Leute etwas anfangen können", meint Sticht. "Trotzdem müssen wir weiterhin sehr viel Überzeugungsarbeit leisten."

Ohne ehrenamtlichen Einsatz funktioniere Naturschutz nicht
Fest steht für Sticht jedenfalls: Der Staat alleine wird den Zustand der bedrohten Tier- und Pflanzenarten nicht verbessern können. "Der behördliche Naturschutz wird es nicht hinkriegen", sagt der Verbandsvertreter. "Der Schlüssel ist bürgerschaftliches Engagement." Also ehrenamtliche Umweltschützer, die sich beim BUND oder anderen Verbänden und Vereinen engagieren.

Nur wenn genügend Menschen sich freiwillig und mit Leidenschaft für ihre Umwelt einsetzen – meint Sticht – haben Ziegenmelker, Große Moosjungfer oder Echte Mondraute eine dauerhafte Zukunft.

Hintergrund: Die Roten Listen sind Fachgutachten und zeigen den Grad der Gefährdung von Tieren und Pflanzen auf. Vereinfacht verlaufen die Abstufungen von "gefährdet" über "stark gefährdet" und "vom Aussterben bedroht" bis "ausgestorben oder verschollen". In Nordrhein-Westfalen gibt es bisher vier unterschiedliche Fassungen: 1979, 1986, 1999 und 2011.

Quelle: derwesten.de - Robin Kunte




24.02.2016
"Presseinformation-Kormoran ./. Auszug aus "Geschütze Arten in NRW"

"Das NRW-Umweltministerium schreibt in der druckfrischen Broschüre Geschütze Arten in NRW zum Kormoran u.a. "Durch Jagdverschonung und günstige Umweltbedingungen brütet er seit 1986 wieder in Nordrhein-Westfalen". Meines Wissens unterlag der Kormoran in NRW nie dem Jagdrecht und es gibt auch keine historisch belegten Brutplätze in NRW. Sollte ich Unrecht haben, bitte ich um Hinweise. Die PM des Fischschutzvereins Siegburg von 1910 e.V. geht in eine ganz andere Richtung und mit Sicherheit kannten die Gründungsväter des Fischschutzvereins 1910 keine Kormorane an der Sieg, weder als Durchzügler noch als Brutvogel. In eigener Sache: Ich schreibe Sie aus der Überzeugung an, dass nur gegenseitige Informationen helfen, Probleme sachgerecht zu lösen." Stefan Jäger, Geschäftsführer Verband der Fischereigenossenschaften NRW e.V.

Laden Sie hier die Artenschutzbroschüre des Landes NRW herunter.

Laden Sie hier die Presseinformation zum Kormoran herunter.




22.02.2016
Kommentar von Ralf Stephan (LAND & Forst-Chefredakteur):
Schwerer Stand im Wolfsland Nr. 1

Seinen Tierhaltern hat Niedersachsen jede Unterstützung in Sachen Wolfsmanagement versprochen und dabei weitgehend versagt: Im vergangenen Jahr gab es hier erstmals mehr Wolfsangriffe auf Nutztiere als in Sachsen. LAND & Forst-Chefredakteur Ralf Stephan kommentiert die Situation.

Beim Thema Wolf hat Niedersachsen nahezu unbemerkt eine neue Spitzenposition im Vergleich der Bundesländer eingenommen: Im vergangenen Jahr gab es hier erstmals mehr Wolfsangriffe auf Nutztiere als in Sachsen, das bisher als das Wolfsland Nr. 1 galt.

Mit 57 Angriffen, bei denen insgesamt 190 Tiere getötet wurden oder zu Schaden kamen, gebührt dieser zweifelhafte Ruhm nun den Norddeutschen. Sachsen verzeichnete 56 Angriffe mit 168 geschädigten Tieren.

Zahl der Wolfsübergriffe stark angestiegen
Der große Unterschied aber besteht im Tempo. Während in Sachsen seit 2002 Schäden auftreten, die von Jahr zu Jahr stark schwanken, steigt die Zahl der Wolfsübergriffe hierzulande steil an: Waren es 2012 noch sechs, folgten im Jahr darauf 16; für 2014 sind 27 ausgewiesen - bis 2015 gab es also fast eine Verdoppelung von Jahr zu Jahr.

Weidetierhalter, vor allem aber Schäfer verfolgen diese Entwicklung mit großer Sorge. Ihre immer wieder neu vorgetragenen Forderungen nach Unterstützung wurden jedoch offenbar von der Landesregierung bisher nicht ernst genug genommen.

Schafhalter contra Umweltministerium
Das wurde während der Anhörung des Agrarausschusses im Niedersächsischen Landtag in der vorigen Woche mehr als deutlich. Mit dem für den Wolf zuständigen Umweltministerium gingen vor allem die Verbände der Schafhalter hart ins Gericht, weil zugesagte Maßnahmen ausgeblieben sind. Deutlich wurde bei der Befragung durch die Abgeordneten zudem, dass die Zusammenarbeit der Behörden nicht funktioniert.

Panne bei Besenderung von Wölfen
Überraschen konnte das nach der Anfang des Monats bekannt gewordenen, schweren Panne mit der Besenderung allerdings kaum noch.

Zwei der Sender, mit denen im vorigen Jahr für viel Geld Wölfe aus auffälligen Rudeln versehen wurden, waren über Wochen ausgefallen, ohne dass die Behörden darauf reagierten.

Aktuelle Wolfsrisse schneller bearbeiten
Immerhin kommt nach der Anhörung etwas Bewegung in den Apparat von Umweltminister Wenzel. Die Bearbeitung von aktuellen Wolfsrissen - in diesem Jahr bereits sechs an der Zahl - soll endlich beschleunigt werden, indem man zwei neue Veterinäre einstellt. Damit würde wenigstens eine Minimalforderung der Schäfer erfüllt.

Tierhalter ohne Rückendeckung
Um der Weidetierhaltung in Wolfsgebieten tatsächlich eine Perspektive zu geben, reicht dies noch lange nicht aus. Dass die Landesregierung die Tierhalter mit ihren Problemen weitgehend allein lässt, hat sicher auch damit zu tun, dass sich der Landwirtschaftsminister in dieser Frage noch immer nicht vernehmlich gegenüber seinem Kollegen Umweltminister positioniert hat.

Lesen Sie den ganzen Beitrag auf auf agrarheute.com




11.02.2016
Warum es immer weniger Fasane gibt


Fasane am Wegesrand

Jahrhundertelang saßen die großen Vögel im Nordwesten auf fast jedem Acker. Doch mittlerweile sind sie selten geworden. Eine Vogelseuche schließen Veterinäre aus. Sie haben einen anderen Verdacht.

Lesen Sie den ganzen Beitrag auf welt.de




11.02.2016
WAZ: Große Storchen-Schwärme überwintern am Niederrhein


Afrika muss nicht sein, am Niederrhein ist auch nett: eine Storchenversammlung auf einer Wiese - Foto: Werner Niehuis

Immer mehr Störche überwintern am Niederrhein. Viele stammen aus Nord- oder Ostdeutschland und sparen sich zu Zeiten des Klimawandels die lange Reise.

Im Winter nach Afrika? Das muss nicht sein – jedenfalls nicht, wenn das Wetter so lau ist. In Zeiten des Klimawandels brechen längst nicht mehr alle heimischen Störche zur großen Reise auf. Neu ist, dass offenbar auch ortsfremde Störche in größerer Zahl am Niederrhein überwintern. Mal 12, mal 20, sogar mal 30 bis 40 Tiere: In den letzten Wochen wurden immer wieder größere Trupps gesichtet.

„Das haben wir so noch nicht erlebt“
„Das haben wir so noch nicht erlebt“, berichtet Storchenbeobachter Hans-Gerd Kersten im Gespräch mit der NRZ. Gesehen wurden die Tiere z. B. an der A 3 zwischen Rees und Emmerich. Einige Vogel hätten Ringe aus Wilhelmshaven getragen, stammen also aus Norddeutschland. Andere seien aus den Neuen Bundesländern. Ganz augenscheinlich halten sich die Störche länger in der Region auf. „Nahrung finden sie ja genug“, meint Kersten. Und das ist das Entscheidende für Zugvögel. Kaltes Wetter macht ihnen nichts.

Experten raten Vögel das ganze Jahr über zu füttern
Die Tiere finden auf natürlichem Wege nicht mehr genug Futter. Deshalb raten Vogelexperten sie auch im Frühjahr, Sommer und Herbst zuzufüttern.
Landesweit sind Weißstörchenpopulationen im Aufwind. Genau 200 Brutpaare wurden im vergangenen Jahr in Nordrhein-Westfalen gezählt. Die größte Storchengruppe befindet sich im Kreis Minden-Lübbecke. Mit 36 Paaren liegt der Niederrhein auf Platz 2. 17 davon brüteten im Kreis Wesel, 17 im Kreis Kleve, zwei in Duisburg, der Kreis Viersen ging 2015 leer aus. Der Bruterfolg war aber mäßig, im trockenen Sommer war die Nahrung knapp. Im Kreis Kleve z. B. verließen nur 24 Jungstörche die Nester. Dabei hatte es zunächst 43 Küken gegeben.

Dass die Reiselust nachlässt, beobachten Vogelkundler schon länger. Hans-Gerd Kersten geht davon aus, dass sich derzeit schon wieder acht heimische Storchenpaare im Kreisgebiet befinden. Vermutlich haben sechs dieser Paare den Niederrhein in diesem Winter gar nicht verlassen, die anderen dürften nicht weit geflogen sein. „Sonst wären sie nicht schon wieder da“, meint Kersten.

Storchenkalender verschiebt sich immer weiter nach vorne
Fachleute wie er beobachten, dass der Storchenkalender sich immer weiter nach vorne verschiebt. „Unser erstes Paar hier kam damals im März 1996 aus dem Winterquartier nach Zyfflich und fing im April an zu brüten“, erzählt Kersten. Im vergangenen Jahr hätten die Störche schon Anfang März gebrütet.

Wann in diesem Jahr gebrütet wird, sei schwer zu sagen: „Schauen wir mal.“ Bei dem milden Wetter der vergangenen Tage hat Kersten schon Paarungsanwandlungen bei den Störchen beobachtet: „Die hatten bereits ganz komische Zuckungen. Und ordentlich geklappert haben sie auch schon...“



Quelle: derwesten.de - Holger Dumke – Foto: Werner Niehuis




23.10.2015
Bedrohte Artenvielfalt


Sibirische Zwergschwäne rasten in Schleswig-Holsten - Foto: Picture Alliance

Sibirische Schwäne sind in diesem Jahr außergewöhnlich früh in ihren Winterquartieren eingetroffen. Biologen sehen darin einen Hinweis auf das Wetter. Dabei hilft ihnen eine russische Volksweisheit.

Natürlich können Tiere keine exakten Wettervorhersagen liefern. Aber am Verhalten mancher Arten kann man eine ganze Menge darüber ablesen, ob es sonnig oder trübe, windig oder lau werden wird. Solche kleinen Prognosehilfen haben sich in der Vergangenheit immer wieder als erstaunlich hilfreich herausgestellt – und sie haben Eingang in Mythen und Volksweisheiten gefunden.

Ein russisches Sprichwort beispielsweise sagt, dass die Schwäne den Winter auf ihren Schwingen bringen, weil sie dem frostigen Wetter vorausfliegen. „Falls diese Prophezeiung stimmt, wird der Winter in diesem Jahr lang und eisig“, sagt Biologe Dominic Cimiotti vom Michael-Otto-Institut in Bergenhusen.

Die Zwergschwäne haben ihre Brutgebiete in der nordrussischen Tundra in diesem Herbst besonders früh verlassen. Nach Angaben der Umweltschutzorganisation Wildfowl & Wetlands Trust (WWT) aus Großbritannien traf der erste Zwergschwan in England am 11. Oktober ein – 25 Tage früher als im vergangenen Jahr und so früh, wie seit 1963 nicht mehr. Auch in den Niederlanden seien bereits Zwergschwantrupps am Gooimeer und am Lauwersmeer gesichtet worden, hieß es.

Zwergschwäne in Deutschland gesichtet
Das deckt sich mit Beobachtungen aus Schleswig-Holstein. Dort wurden bereits am 27. September zwei Zwergschwäne im nordfriesischen St. Peter-Ording entdeckt, die ersten beiden Zwergschwäne auf ihrer Durchreise. Im Vergleich zum Vorjahr waren sie zehn Tage früher auf dem Durchzug in ihre schneefreien Winterquartiere in Irland, England und den Niederlanden, sagte Nabu-Biologe Cimiotti.

Das passt laut WWT zu den ungewöhnlich frostigen Temperaturen in Osteuropa mit Werten von bis zu zehn Grad unter der Durchschnittstemperatur. Dies habe offenbar zu einem frühen Abzug der Schwäne in Richtung Westeuropa geführt.
Der frühe Zwergschwanzug könnte ein Indiz dafür sein, dass der Winter in einigen Ländern ungewöhnlich früh einsetzt, sagte Cimiotti. Er relativiert aber: „Vermutlich sagen die Beobachtungen der Zwergschwäne aber eher etwas über die aktuelle Wettersituation aus als über das, was in den nächsten Monaten kommt.“

Der Zwergschwan ist Europas kleinster Schwan und etwas kleiner als sein bekannter Verwandter, der Höckerschwan. Der auffälligste Unterschied ist sein schwarz-gelb gemusterter Schnabel: Dieser ist individuell – wie ein Fingerabdruck.

Quelle: diewelt.de/ dpa/ph / Wolfgang Runge – Foto: pa




29.09.2015
Bedrohte Artenvielfalt

Aktionsbündnis fordert Maßnahmen, um Biodiversitätsverlust aufzuhalten

HALTERN. Auf dem Gebiet der Stadt sollen Maßnahmen ergriffen werden, um dem Artenschwund und dem Verlust der biologischen Vielfalt entgegenzuwirken. Das ist der Wunsch eines Aktionsbündnisses, das sich jetzt mit einem entsprechenden Antrag an Bürgermeister Bodo Klimpel gewandt hat.

Auf den Weg gebracht haben den Antrag mehrere Vereine – der Natur- und Vogelschutzverein Haltern und Umgebung, der Hegering Haltern am See, die Naturschutzgruppe des Heimatvereins Lippramsdorf, der Heimatverein Sythen, der Imkerfachverein, sowie die Ortsgruppe des Kreisverbandes vom Naturschutzbund (NABU) Recklinghausen.

„Mit großer Sorge nehmen wir zur Kenntnis, dass der Verlust der Artenvielfalt und der Biodiversität immer weiter fortschreitet“, begründet die Teilnehmer des Aktionsbündnisses ihren Antrag. „Botaniker, Ornithologen und Entomologen liefern bedrückende Zahlen zum Artenschwund. Kiebitze, Feldlerchen und Rebhühner sind eine Rarität geworden, es gibt kaum noch Hasen und Fasane, die Schwalbenbestände und Amphibienvorkommen sind massiv zusammengebrochen“, argumentieren sie.

Deutlich weniger Insekten Besonders betroffen seien Insekten, deren Zahl in den letzten Jahren um 75 Prozent zurückgegangen sei. „Wildbienen und Schmetterlinge werden zu Raritäten und Hummeln erhungern in Ermangelung an Wildblumen“, heißt es in dem Antrag. Der Insektenschwund lasse die Bestände vieler Vogelarten und anderer Lebewesen, denen die Nahrungsgrundlage genommen wird, schrumpfen. Nach Angaben der Welternährungsorganisation der Vereinigten Nationen würden zudem rund 35 Prozent der weltweiten Nahrungsmittelproduktion von Bestäubern wie Bienen, Schmetterlingen und anderen Insekten abhängen. „Dies macht deutlich, dass der Mensch als Teil des Ökosystems unmittelbar von dieser Entwicklung betroffen ist“, so die Teilnehmer des Aktionsbündnisses. Sie fordern die Politik nun auf, die Umsetzung eines Maßnahmenpakets zu beschließen, um den Artenschwund und Biodiversitätsverlust aufzuhalten:

› Optimierte Pflege der Wegränder und städtischer Grünflächen: Der Einsatz von Mäh- und Mulchgeräten des Bauhofes oder beauftragter Fremdfirmen sollte den Bedürfnissen der Natur angepasst werden.

› Wiederherstellung von Wegerandstreifen: Die Stadt sollte die Pflege der Wegerandstreifen, die sich in der Regel im städtischen Eigentum befinden und die sie kostenloser wirtschaftlicher Nutzung überlassen hat, wieder übernehmen. Durch die Anlage von Blühstreifen, Schonung der Säume und Randstreifen, sowie durch weniger Mulchen und Mähen, können die Feldflur wieder belebt und der Rückgang vieler Arten aufgehalten werden.

› Grünflächenpaten sensibilisieren: Im Rahmen einer jährlichen städtischen Informationsveranstaltung für schon aktive Grünpaten und für andere interessierte Bürger kann über einen Fachvortrag für das Thema sensibilisiert und für eine naturnahe Gestaltung der Grünflächen geworben werden.

› Neubürger einbinden: Neubürgern könnte als Willkommensgeschenk – zum Beispiel beim Neubürgerempfang – ein Samentütchen für die eigene Gartengestaltung (mit Informationen für einen artenreichen Garten) überreicht werden.

In der Ratssitzung am Donnerstag wurde der Antrag an den Stadtentwicklungs- und Umweltausschuss verwiesen, der sich mit dem Anliegen voraussichtlich in seiner kommenden Sitzung am 19. November beschäftigen wird.

Alarmierende Zahlen

> Nach Angaben der Landesregierung liegt die Zahl der bereits ausgestorbenen oder verschollenen Tier- und Pflanzenarten in NRW mit mehr als 9 Prozent so hoch wie nie.

> Insgesamt sind nach der aktuellen „Roten Liste der gefährdeten Arten in NRW“ etwa 45 Prozent der Tier- und Pflanzenarten gefährdet, vom Aussterben bedroht oder bereits ausgestorben.

> Nach Untersuchungen des LANUV sind rund 77 Prozent der Lebensräume im Flachland in einem unzureichenden oder schlechten Erhaltungszustand.

> Besorgniserregend ist die Bedrohung für die Artenvielfalt auch in den Gewässern in NRW: So sind von 51 heimischen Fischarten 16 akut gefährdet oder bereits ausgestorben.

Quelle: Halterner Zeitung - Daniel Winkelkotte




Vorsicht bei der Erntejagd

Die Ernte von Raps und Getreide ist bereits im Gange. Zwei DJV-Videos geben Hinweise zur Sicherheit und Notwendigkeit von Erntejagden.
Hier geht's zu den Filmen:



Quelle: DJV






Rettet das Rebhuhn

Hier können Sie die DJV-Presselmeldung zum Rebhuhn-Artenschutz in Großbritannien als pdf-Dokument herunterladen.
Hier klicken!






Pestizide als Ursache für Bienensterben bestätigt


Foto: DPA / Spiegel Online

Das Bienensterben könnte noch dramatischer werden. Experten der EU bestätigten jetzt, dass Pestizide dafür verantwortlich sind. Für die Hersteller von Pflanzenschutzmitteln ist das eine schlechte Nachricht.

Es ist lange bekannt, dass bestimmte Pestizide schädlich für den Bestand von Honigbienen sein können. Dennoch tun sich Politiker schwer damit, die Chemikalien zur Schädlingsbekämpfung gänzlich zu verbieten. Nun melden sich Wissenschaftler in der Europäischen Union zu Wort. Sie bestätigen, dass der Einsatz bestimmter Gifte für das Bienensterben verantwortlich ist.

Es gebe starke Beweise für die negativen Auswirkungen auf andere Organismen durch Neonicotinoid-Insektizide, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie des EU-Wissenschafsnetzwerks Easac.
In dem Bericht werden die Befunde einer Expertengruppe von 13 Forschern zusammengefasst. Das Netzwerk berät Entscheidungsträger in der EU. Die EU-Kommission überprüft bis Dezember die vor zwei Jahren verhängten Beschränkungen für die Pflanzenschutzmittel, die überwiegend von Bayer aus Leverkusen und Syngenta aus der Schweiz produziert werden. Die Mittel werden in mehr als 120 Ländern eingesetzt.

Dem Bericht der Wissenschaftler zufolge sind vom Einsatz der Insektizide nicht nur Honigbienen, sondern auch Motten und Schmetterlinge betroffen, die ebenfalls Pflanzen bestäuben. Auch auf insektenfressende Vögel hätten die Pestizide Auswirkungen. Der Studie zufolge drohe durch Pestizideinsatz ein "Bestäubungs-Defizit" - da immer mehr Nutzpflanzen angebaut werden, die in ihrer Entwicklung auf die Bestäubung der Bienen angewiesen sind.

Bayer und Syngenta klagen
Die Brüsseler Behörde hatte 2013 als Reaktion auf das massenhafte Bienensterben den Gebrauch der umstrittenen Insektizide in der EU stark eingeschränkt. Ihr Einsatz bei der Behandlung von Saatgut, im Boden und beim Besprühen von Pflanzen wurde weitgehend verboten. Bayer und Syngenta hatten dagegen geklagt. Die Konzerne verweisen unter anderem auf Untersuchungen, wonach Faktoren wie die Varroa-Milbe Ursache für den Rückgang der Bienenvölker seien könnten.

Der Verband der europäischen Pflanzenschutzmittelhersteller (Ecpa) kritisierte die Easac-Studie als voreingenommen, irreführend und selektiv. Der Bericht erfülle nicht die wissenschaftlichen Standards und sei von einigen nationalen Experten bereits angezweifelt worden. Die Beschränkungen seien auch nicht wirksam. Nur die Bauern würden sich über ernsthafte Verluste bei ihren Pflanzenbeständen beklagen.

Auch Nektar und Pollen sind giftig
Der Easac-Bericht verwies hingegen auf die wirtschaftlichen Gründe für den Schutz von Bienen und anderen Insekten. Drei Viertel der weltweit gehandelten Nutzpflanzen seien abhängig von Bestäubung.

Schon andere Forscher mahnten, auf die Pestizide zu verzichten: Erst im Juni 2014 hatte eine unabhängige Wissenschaftlergruppe, bestehend aus 29 Forschern unterschiedlicher Disziplinen, mehr als 800 Einzelstudien zu dem Thema untersucht. Ihr Fazit: Es sei höchste Zeit, die Verwendung von Neonicotinoiden zu stoppen. Die Schäden für die Umwelt seien noch viel umfassender, als die Einzelstudien bisher ahnen ließen.
Das Problem mit den Neonicotinoiden sei, dass sie - anders als andere Pestizide - nicht nur auf den Blättern der Pflanze bleiben, schrieben die Forscher im Fachmagazin Environmental Science und Pollution Research. Sie verteilen sich auch in Blüten, Wurzeln, Stamm und sogar in Nektar und Pollen. Wenn Tiere diese Pflanzenteile verspeisen, nehmen sie die Neonicotinoide auf.

Mit ihrer Analyse aus dem Sommer 2014 konnten die unabhängigen Wissenschaftler nicht einmal alle Schäden erfassen, die durch den Einsatz der Chemikalien entstehen. Allein eine Untersuchung der sofortigen Auswirkungen gängiger Pflanzenschutzmittel habe gezeigt, dass diese 5000- bis 10.000-mal tödlicher für Bienen sind als das hochgiftige Dichlordiphenyltrichlorethan (DDT), das in der Bundesrepublik Deutschland bereits seit Juli 1977 verboten ist.

Quelle: Spiegel Online, 09.04.2015






Spuren hinterlässt, wer eigene Wege geht!- Gilt das auch für Wald und Feld?

Argumente dafür und dagegen, finden Sie hier: http://www.unser-revier-bruchtorf-ost.de/Revier/01_spuren.html

Jäger und andere Naturnutzer, dass führt oft zu Missverständnissen und Problemen in Wald und Feld.
Herr Andre Weber, Jäger aus Niedersachsen, hat sich hierzu Gedanken gemacht und diese Gedanken ins Internet gestellt. Mit seiner ausdrücklichen Genehmigung weise ich auf diese beachtenswerte Seite hin.
Bitte schauen Sie hinein. Es lohnt sich.
Abweichend vom Text muss für NRW gesagt werden, dass im Wald, außerhalb von Wegen, Hunde nur angeleint geführt werden dürfen. Leinenpflicht besteht weiterhin auf besonders gekennzeichneten Flächen, wie z.B. in städtischen Parkanlagen oder in Naturschutzgebieten. Bitte beachten Sie die Ergänzungsschilder unter dem Naturschutzschild.

Euer Gerd Tersluisen Obmann für Naturschutz




Oktober

Anfallende Hegearbeiten
  • Nachbrunft des Rotwildes. Beginn der Damwildbrunft und der des Gamswildes.
  • Zählung des Niederwildes und Abschätzung des nutzbaren Zuwachses.
  • Beginn der klassischen Treibjagden auf Fuchs, Hase, Kaninchen, Taube und Fasan.
    Die Nachhaltigkeit muss gewährleistet sein. Auffälligkeiten, wie auffallend geringe Strecken einer Wildart, umgehend melden.
  • Warnkleidung überprüfen.
  • Beachten Sie die Unfallverhütungsvorschriften.
  • Sauenjagd auch bei Nacht. Überprüfen Sie vorher Ihre Ausrüstung.
    Nutzen Sie beim Abbaumen Taschenlampen. Merke: Sauen haben keine Lampen.
  • Entenjagd allgemein. Zum Verhören an Gewässern die Entenlocke nutzen. Erst, wenn man weiß, wo die Enten liegen, pirscht man sie gemeinsam an. Stahlschrot einsetzen.

Ihr Hegeringvorstand

Letzte Änderung: Freitag, 02.09.2016 um 17:21 Uhr